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Ratgeber

Website erstellen lassen — worauf achten?

Wer eine Website erstellen lassen will, ärgert sich später selten über die Arbeit selbst — sondern über das, was im Angebot nicht stand. Die meisten Ärgernisse entstehen nicht während der Umsetzung, sondern durch das, was im Angebot nicht steht. Diese Seite sammelt die Fragen, die man vorher stellen sollte — und was die Antworten über den Anbieter verraten.

Die zwei Fragen, die am meisten verraten

1. „Auf wen läuft die Domain?"

Die richtige Antwort ist: auf dich. Läuft sie auf den Dienstleister, gehört ihm deine Adresse im Internet. Im Streitfall stehst du vor der Wahl, zu zahlen was verlangt wird oder von vorn anzufangen — mit neuer Adresse, verlorenen Google-Platzierungen und Visitenkarten zum Wegwerfen.

Das ist kein theoretischer Fall, sondern der häufigste Grund, warum Betriebe bei ihrer alten Agentur festhängen. Lass dir schriftlich geben, dass die Domain auf dich registriert ist.

2. „Was kostet es, wenn ich in einem Jahr wechseln will?"

Diese Frage klingt unhöflich, ist aber die nützlichste im ganzen Gespräch. Wer nichts zu verbergen hat, antwortet sinngemäß: „Nichts, du bekommst alles und kannst gehen." Wer ins Schwimmen kommt, hat dich eingeplant als jemanden, der nicht wechseln kann.

Was in einem Angebot stehen muss

Fehlt einer dieser Punkte, wird er später zum Streitpunkt — und zwar zu deinen Lasten, weil du beweisen müsstest, dass er vereinbart war.

  • Wie viele Seiten — und was als Seite zählt. Ist die Datenschutzerklärung eine der fünf?
  • Wer Texte und Bilder liefert. Der teuerste Irrtum überhaupt. „Sie liefern die Inhalte" heißt: Ohne deine Zuarbeit steht das Projekt still, und die Verzögerung ist deine.
  • Wie viele Korrekturschleifen enthalten sind und was jede weitere kostet.
  • Wem der Quellcode gehört. Bei einer normalen Website selten strittig, bei Individualsoftware entscheidend.
  • Was nach der Veröffentlichung passiert. Updates, Sicherungen, Ausfälle — inklusive, gegen Aufpreis oder gar nicht?
  • Ein Termin. Auch ein grober. „Wenn alles passt" ist kein Termin.
  • Was Mehrarbeit kostet — Stundensatz oder Pauschale, aber genannt.
  • Rechtstexte. Wer schreibt Impressum und Datenschutzerklärung, und wer haftet dafür?

„SEO inklusive" — was das wirklich heißt

In fast allen Angeboten steht irgendwo „SEO-optimiert". Gemeint sind damit die technischen Grundlagen: Seitentitel und Beschreibungen, saubere Überschriften-Struktur, eine Sitemap, kurze Ladezeit, mobile Darstellung. Das ist Handwerk und gehört ohne Aufpreis in jedes seriöse Angebot.

Nicht gemeint ist: dass du dadurch gefunden wirst. Sichtbarkeit entsteht aus Inhalten, die jemand sucht, und aus Verweisen anderer Seiten. Beides ist eine dauerhafte Arbeit, keine einmalige Einstellung — und kein Erstellungspreis der Welt deckt das ab.

Ein Satz, bei dem du hellhörig werden solltest: „Wir garantieren Platz eins bei Google." Das kann niemand garantieren, weil niemand außer Google die Reihenfolge bestimmt. Wer es trotzdem verspricht, verkauft entweder Unwissen oder Absicht.

Warnzeichen

Niemand fragt nach deinem Geschäft

Wer eine Website bauen soll, muss wissen, was du machst, wer deine Kunden sind und was sie von dir wollen. Kommt keine einzige Rückfrage dazu, bekommst du eine Vorlage mit deinem Logo.

Kleine Rate, lange Laufzeit

„Nur 79 € im Monat" über 36 Monate sind 2.844 €. Das kann in Ordnung sein — rechne es aber aus und frage, was am Ende der Laufzeit passiert und wem die Seite dann gehört.

Kein Blick auf vorhandene Arbeiten

Lass dir zwei, drei laufende Seiten zeigen und ruf sie selbst auf. Wie schnell laden sie? Wie sieht es auf dem Telefon aus? Das sagt mehr als jede Referenzliste.

Alles per Telefon, nichts schriftlich

Ein Angebot per E-Mail, das man in Ruhe lesen kann, ist das Mindeste. Wer drängt und nur mündlich zusagt, verlässt sich darauf, dass du dich später falsch erinnerst.

Was du selbst vorbereiten kannst

Je klarer diese vier Dinge sind, desto schneller und günstiger wird es — unabhängig davon, wer baut.

  • Drei Seiten, die dir gefallen — auch aus anderen Branchen. Ein Bild sagt mehr als „modern und seriös".
  • Was die Website erreichen soll. Anrufe? Terminbuchungen? Bewerbungen? Danach richtet sich der ganze Aufbau.
  • Wer bei dir entscheidet. Wenn drei Personen mitreden und jede etwas anderes will, wird es teuer.
  • Bilder. Eigene Fotos vom Betrieb wirken um Längen besser als gekaufte Stockbilder — und sind meist der einzige Punkt, an dem es hängt.